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Das Programm „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ trägt zu mehr Bildungsgerechtigkeit bei

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Bildrechte: Fiona Beitzel, Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung

22.01.2026: Das Programm „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) fördert bundesweit außerschulische Projekte der kulturellen Bildung für Kinder und Jugendliche, die unter erschwerten Bedingungen aufwachsen, und trägt dadurch zu mehr Bildungsgerechtigkeit in Deutschland bei. Seit Beginn des Programms 2013 haben bereits über 53.000 Projekte in ganz Deutschland stattgefunden, die mehr als 1,5 Millionen Teilnehmerinnen und Teilnehmer zwischen 3 und 18 Jahren erreicht haben. Durchgeführt werden die Projekte von lokalen Bündnissen für Bildung. In den Projekten spielen die Kinder und Jugendlichen Theater, lernen ein Instrument oder stellen gemeinsam mit anderen eine Museumsausstellung auf die Beine – so entdecken sie neue Talente und Perspektiven, erleben das Gefühl von Selbstwirksamkeit und lernen, sich mit eigenen und fremden Ideen auseinanderzusetzen. All diese Projekte zeigen: Kulturelle Bildung macht junge Menschen stark für ihr ganzes Leben. Wir sprachen mit Annette Steenken, Leiterin des Referates 514 – Kulturelle Bildung im Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend, über die Bedeutung der kulturellen Bildung für persönliches Wachstum, gesellschaftliche Teilhabe und Mitgestaltung und inwiefern die Projekte von „Kultur macht stark“ dazu beitragen, den Wert der kulturellen Bildung in der Öffentlichkeit sichtbarer zu machen.

Online-Redaktion: Frau Steenken, das Projekt „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ läuft seit Jahren erfolgreich. Welche Bedingungen waren dafür entscheidend?

Steenken: Ganz entscheidend für das Gelingen der Projekte in „Kultur macht stark“ sind einerseits die bundesweit agierenden Programmpartner des BMBFSFJ und andererseits die vor Ort wirkenden Bündnisse für Bildung. Die Programmpartner – darunter beispielsweise der Deutsche Bühnenverein, der Verband deutscher Musikschulen und der Bundesverband Bildender Künstlerinnen und Künstler – wurden in einem wettbewerblichen Verfahren von einer Fachjury ausgewählt. Sie sorgen für eine hohe Qualität im Programm und wählen die vielversprechendsten lokalen Projekte aus. Die lokalen Bündnisse für Bildung wiederum setzen die Projekte um und sind gewissermaßen das Herz von „Kultur macht stark“. Hier engagieren sich lokale Kultureinrichtungen, Schulen, Kitas, Jugendclubs, soziale Einrichtungen, ehrenamtliche Vereine oder auch Unternehmen gemeinsam, um für die Kinder vor Ort besondere Bildungserlebnisse zu schaffen. Und dies tun sie nachhaltig, denn von den entstehenden Netzwerken profitieren die Beteiligten auch nach Projektende – das wissen wir aus der Programmevaluation. Rund 21.000 Bündnisse für Bildung in ganz Deutschland sind bereits entstanden.

Online-Redaktion: Welche Hürden gab es in Ihrem Projekt zu bewältigen?

Steenken: Für eine Förderung ihrer Projekte in „Kultur macht stark“ müssen die lokalen Bündnisse für Bildung, in denen sich mindestens drei Partner zusammenfinden, Anträge stellen, ein Auswahlverfahren durchlaufen und die geförderten Projekte müssen natürlich organisiert und administriert werden. In den Anfängen des Programms bedeutete dies für viele Bündnisse eine recht hohe Hürde, vor allem für Bündnisse mit vornehmlich ehrenamtlich organisierten Partnern. Im Laufe der verschiedenen Programmphasen – wir sind derzeit in der dritten – konnten wir hier aber nachbessern. Die Antragstellung und die Projektadministration über ein spezielles Verwaltungssystem konnten weiter digitalisiert und vereinfacht werden. Darüber hinaus werden die lokalen Bündnisse nicht nur durch die Programmpartner begleitet, sondern bei Fragen zur Antragstellung auch von unseren „Kultur macht stark“-Beratungsstellen unterstützt. So eine Beratungsstelle gibt es in jedem Bundesland.

Online-Redaktion: Zu welchen innovativen Entwicklungen hat das Projekt beigetragen?

Steenken: „Kultur macht stark“ hat mit seiner Präsenz in ganz Deutschland auf jeden Fall dazu beigetragen, dass die Bedeutung der kulturellen Bildung – für persönliches Wachstum, für gesellschaftliche Teilhabe und Mitgestaltung – in den Regionen und Kommunen gegenwärtiger ist. Und dies nicht nur in städtischen, sondern auch in ländlichen Räumen, einem der besonderen Entwicklungsbereiche des Programms. Viele Kultureinrichtungen haben durch „Kultur macht stark“ ihr Angebotsspektrum speziell für Kinder und Jugendliche, die in Risikolagen für Bildungsbeteiligung aufwachsen, erweitert. Ein weiterer Entwicklungsbereich des Programms liegt im schulischen Ganztag: Durch „Kultur macht stark“ entstehen hier neue Kooperationen und inhaltlich-pädagogische Ansätze, die das Ganztagsangebot bereits in vielen Schulen bereichern und als Modelle für die Zukunft dienen können. Einen wichtigen Beitrag leistet „Kultur macht stark“ außerdem für die Weiterentwicklung der kulturellen Bildungsarbeit mit digitalen Medien, indem Projekte gefördert werden, die neuen kulturellen Ausdrucksformen Raum geben und das kreative Potenzial digitaler Medien nutzen.

Online-Redaktion: Was würden Sie anders machen, wenn Sie Ihr Projekt heute starten würden?

Steenken: Wir würden die Hürden für Antragstellende, von denen wir eben gesprochen haben, von vornherein stärker berücksichtigen. Im Kern würden wir aber nichts ändern. Die aktive Beschäftigung mit Kunst und Kultur – das kann das Mitwirken in einem Orchester sein ebenso wie das kreative Gestalten eines Computerspiels oder das gemeinsame Organisieren eines Theaterfestivals – ist zentral für eine gute persönliche Entwicklung und trägt wesentlich zu einem fruchtbaren Miteinander und gesellschaftlichem Zusammenhalt bei. Ein Programm wie „Kultur macht stark“ ist damit heute wichtiger denn je.

 

Autor(in): Petra Schraml
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Datum: 22.01.2026
© Bildung + Innovation

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