
Plötzlich unter Wasser: Starkregen und Hochwasser
Starkregen gehört zu den extremen Wetterereignissen. Dabei fällt in kurzer Zeit so viel Wasser, dass Böden, Flüsse und die Kanalisation es nicht mehr aufnehmen können. Straßen, Keller und ganze Wohngebiete können überflutet werden.
Wann spricht man von Starkregen?

Der Deutsche Wetterdienst warnt vor Starkregen, wenn mindestens
- 15-25 Liter Regen pro Quadratmeter innerhalb einer Stunde oder
- 20-35 Liter pro Quadratmeter innerhalb von sechs Stunden fallen.
Ein Millimeter Niederschlag entspricht dabei einem Liter Wasser pro Quadratmeter.
Wie entsteht Hochwasser?
Nicht jeder Starkregen führt automatisch zu Hochwasser. Das Risiko hängt von mehreren Faktoren ab:
- Ist der Boden bereits nass, kann er kaum zusätzliches Wasser aufnehmen.
- Auf asphaltierten oder bebauten Flächen fließt Regen besonders schnell ab.
- Begradigte Flüsse und fehlende Überschwemmungsflächen verstärken die Gefahr.
- Auch Schneeschmelze und Starkregen können zusammen Hochwasser auslösen.
Wälder, Wiesen und natürliche Flussauen können dagegen Wasser speichern und den Abfluss bremsen.
Hochwasser kann verheerend sein

Wie gefährlich solche Ereignisse werden können, zeigte die Flutkatastrophe im Juli 2021 im Ahrtal in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen. Innerhalb von etwa 15 Stunden fielen an einigen Orten rund 150 Liter Regen pro Quadratmeter. Mindestens 170 Menschen starben.
Auch weltweit richten Überschwemmungen immer wieder schwere Schäden an. Besonders betroffen sind häufig Regionen in Asien, in denen Monsunregen oder tropische Wirbelstürme enorme Niederschlagsmengen bringen. Millionen Menschen können dadurch ihre Häuser und ihre Lebensgrundlage verlieren.
Welche Rolle spielt der Klimawandel?
Durch den Klimawandel erwärmt sich die Atmosphäre. Eine wärmere Atmosphäre kann mehr Wasserdampf aufnehmen – pro Grad Erwärmung etwa 7 Prozent mehr. Dadurch steht bei Unwettern mehr Wasser zur Verfügung und heftige Regenfälle können stärker werden. Messungen zeigen, dass extreme Tagesniederschläge seit Mitte des 20. Jahrhunderts in vielen Teilen der Welt zugenommen haben – besonders in Europa, Nordamerika und Asien.
Der Klimawandel ist jedoch nicht die einzige Ursache für Hochwasser. Auch Bebauung, versiegelte Böden, Veränderungen an Flüssen und fehlende natürliche Rückhalteflächen spielen eine wichtige Rolle. Erst das Zusammenspiel dieser Faktoren entscheidet, wie schwer eine Überschwemmung ausfällt.

Wie können wir uns vor Starkregen schützen?
Starkregen lässt sich nicht verhindern, höchstens langfristig durch Klimaschutz reduzieren. Die Folgen von Starkregen können aber verringert werden. Grünflächen, begrünte Dächer und Rückhaltebecken speichern Wasser und entlasten die Kanalisation. Gefahrenkarten und Warnpläne helfen bei Vorsorgemaßnahmen. Gebäude können durch geschützte Türen, Fenster und Keller sowie Rückstauklappen gesichert werden. Einen vollständigen Schutz gibt es jedoch nicht.
Wenn du mehr wissen willst, schau in unser Klimawiki:
Das folgende Video von planet e (ZDF) handelt von der Flut im Ahrtal im Jahr 2021 – und welche Rolle der Klimawandel dabei gespielt hat:
Erstellt am 21.10.2026, zuletzt geändert am 21.10.2026
Dieser Text steht unter der CC BY-SA 4.0-Lizenz. Der Name des Urhebers soll bei einer Weiterverwendung wie folgt genannt werden: Anja Hermans und Dieter Kasang für klima2know. Für Bilder, Videos und andere Elemente gelten die jeweiligen Angaben.
