
Dürren – wenn alles austrocknet
Was genau ist eine Dürre?
Eine Dürre bedeutet: Es regnet über einen längeren Zeitraum viel zu wenig. Und durch hohe Temperaturen verdunstet sehr viel Feuchtigkeit. Dadurch wird es immer trockener – im Boden, in den Flüssen und sogar im Grundwasser.

Man unterscheidet drei Arten:
- Meteorologische Dürre: zu wenig Regen und zu starke Verdunstung.
- Landwirtschaftliche Dürre: Pflanzen vertrocknen, Ernten gehen kaputt.
- Hydrologische Dürre: Flüsse, Seen und Brunnen trocknen aus.
Oft hängen diese Formen zusammen: Erst fällt kein Regen, dann vertrocknen die Felder, und am Ende fehlen Wasserreserven.
Warum sind Dürren so gefährlich?
Dürren sind eine der zerstörerischsten Naturkatastrophen überhaupt – nicht, weil sie spektakulär aussehen, sondern weil ihre Folgen lange anhalten:
- Wasserknappheit: Menschen und Tiere finden nicht genug Trinkwasser.
- Ernteschäden: Felder vertrocknen → weniger Nahrungsmittel → Hunger.
- Gesundheit: Krankheiten breiten sich schneller aus.
- Natur: Wälder trocknen aus, Waldbrände nehmen zu.
- Gesellschaft: Menschen fliehen, weil ihre Heimat unbewohnbar wird, es entstehen Konflikte um Wasser und Nahrung.
Beispiele aus der Welt
- In Afrika starben in den 1980ern bei der großen Sahel-Dürre über 100.000 Menschen.
- In Indien verursachte eine Dürre 2014 Schäden von rund 30 Milliarden US-Dollar.
- In den USA kosten Dürren jedes Jahr im Durchschnitt 6–8 Milliarden Dollar.
- Auch Europa ist betroffen: In den letzten 30 Jahren verursachten Dürren Schäden von über 100 Milliarden Euro – Tendenz steigend.
Wer leidet am meisten?
Nicht jede Region ist gleich stark betroffen.
- Arme Länder (z. B. viele in Afrika oder Südasien) sind am verwundbarsten: Sie haben weniger Geld, schlechtere Gesundheitsversorgung und kaum Reserven.
- Reiche Länder (wie Europa oder Nordamerika) verlieren viel Geld durch Ernte- und Wasserschäden, können sich aber meist besser schützen.
Dürren im Klimawandel
Seit den 1980ern gibt es mehr und heftigere Dürren weltweit.
- Grund: ausbleibende Niederschläge, steigende Temperaturen → mehr Verdunstung → Böden trocknen schneller aus.
- Besonders betroffen sind: Afrika südlich der Sahara, der Mittelmeerraum, Teile Asiens und Australien.
- Schon jetzt nehmen Dürren 9–10 % mehr Fläche ein als früher, und die extremen Dürren haben sogar um über 20 % zugenommen.
Blick in die Zukunft
Forscherinnen und Forscher erwarten:
- Dürren werden häufiger, länger und stärker.
- In manchen Regionen könnte die Dürre-Dauer bis 2100 doppelt so lang sein wie heute.
- Besonders gefährdet: der Mittelmeerraum, Südwest-USA, Südafrika, Australien.
- Hundert Millionen Menschen könnten jedes Jahr unter extremer Trockenheit leiden und viele werden zur Flucht getrieben.
Fazit: Dürren sind mehr als "kein Regen". Sie bedrohen unsere Wasser- und Nahrungsversorgung, unsere Gesundheit und sogar ganze Gesellschaften. Der Klimawandel macht sie häufiger und gefährlicher – und deshalb ist es wichtig, schon heute etwas dagegen zu tun.
In unserem Klimawiki gibt es noch mehr Infos zum Thema:
Erstellt am 24.06.2026, zuletzt geändert am 26.06.2026
Dieser Text steht unter der CC BY-SA 4.0-Lizenz. Der Name des Urhebers soll bei einer Weiterverwendung wie folgt genannt werden: Dieter Kasang und Anja Hermans für klima2know. Für Bilder, Videos und andere Elemente gelten die jeweiligen Angaben.Auch interessant
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